13. Tag Nürnberg – Neuburg an der Donau (Ingolstadt)

Es ist wie schon gestern Abend befürchtet. Um 5 Uhr werde ich von Geprassel auf dem Wohnmobildach geweckt. Es ist ordentlich am Regnen. Ich schaue kurz auf das Regenradar und sehe ein riesiges Regengebiet über Süddeutschland ziehen. Schlecht gelaunt drehe ich mich nochmal um. Aber es bringt nichts. Auch um halb sieben schüttet es noch wie aus Eimern. Wir frühstücken im Zeitlupentempo um den Aufbruch mit dem Fahrrad weiter hinauszuzögern… aber es bringt nichts. 
Im Regen packe ich mein Fahrrad, ziehe mir eine zusätzliche Schicht an (denn es ist auch wirklich kalt geworden) und fahre mies gelaunt los. 95 Kilometer muss ich heute bewältigen und es sieht nicht so aus, als ob es auch nur eine Minute aufklaren würde. 

Sobald ich Nürnberg hinter mir gelassen habe, geht es über bewaldete Landstraßen zügig bergauf. Der Regen und die nassen Straßen sorgen dafür, dass ich nicht nur von oben nass werde, sondern das Hinterrad auch dauerhaft schmutziges, kaltes Wasser an meine Hose und den Rücken spritzt. Nach 15 Kilometern habe ich das erste Mal die Schnauze voll und stelle mich an einem Baum unter. Ich gönne mir ein Snickers und versuche mich irgendwie bei Laune zu halten. 
Mittlerweile bin ich komplett durchnässt und der Fahrtwind lässt mich wirklich frieren. Vorsorglich schicke ich Nick schonmal meinen Standort. Nach 25 Kilometern holt er mich ein und ich kann mich ein bisschen aufwärmen und abtrocknen. Trockene Klamotten anzuziehen hätte allerdings keinen Sinn, denn die wären eh nach 5 Minuten wieder nass.
Nach einem Kaffee mache ich mich wieder auf den Weg. Es ist wirklich anstrengend zu fahren und zusätzlich kommt meine Angst vor einer Erkältung dazu, denn das wäre schrecklich. Krank zu werden würde das Ende der Tour bedeuten, denn dann könnte ich nicht mehr singen und auf die Zugspitze zu laufen wäre auch kaum noch drin. 

Immer wieder stelle ich mich kurz unter und versuche meine Finger zu wärmen… aber nach 65 Kilometern breche ich die Radtour für heute ab. Das Risiko sich da draußen was einzufangen ist mir einfach zu groß. Natürlich bin ich enttäuscht, aber ich weiß auch, dass es die richtige Entscheidung war.
So fahren wir die restlichen 30 Kilometer mit dem Wohnmobil nach Neuburg an der Donau, einem wunderschönen kleinen Städtchen mit einem Schloss im Ortskern.
Hier spielen wir heute Abend in der Drogerie, einer kleinen Bar die von einem sympathischen Typen namens Klaus geführt wird.  
Er begrüßt uns freundlich und ist über die Maßen glücklich, dass wir in seinem Laden spielen. 
Das Konzert ist super, die Leute begeistert und Klaus ist ungefähr der coolste Typ auf der Welt. Nachdem ich von meinem schrecklichen Tag im Regen und den nassen Klamotten erzählt habe, bietet er und tatsächlich an, dass er unsere dreckige Wäsche bei sich wäscht und wir sie am nächsten Morgen abholen können… und bei der Gelegenheit lädt er uns noch gleich zum Frühstück ein. Wir können unser Glück nicht fassen. 
Zusätzlich schenkt er uns noch eine Flasche Champagner, die wir öffnen sollen, wenn wir wieder gut von der Zugspitze ins Tal gekommen sind.Wir übernachten auf einem kleinen Campingplatz direkt an der Donau und freuen uns schon auf das Frühstück mit Klaus.

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